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Absage der Gemeindeversammlung

Absage der Gemeindeversammlung

Gottesdienste finden weiterhin statt

Keine Veranstaltungen im Gemeindehaus im November


Aufgrund der Corona-Lage hat sich der Kirchengemeinderat schweren Herzens dazu entschlossen, die am Reformationstag geplante Gemeindeversammlung abzusagen. Die Interaktion, die für eine Gemeindeversammlung so wichtig ist, lässt sich schwer mit der gegenwärtigen Infektionslage in Einklang bringen. Die gegenwärtige Lage fordert von uns allen Solidarität, so dass wir gemeinsam die Infektionszahlen wieder senken. Ebenso wird es im November keine Veranstaltungen im Gemeindehaus geben. Davon sind leider wieder Chöre, Pfadfinder, Seniorenkreise und Konfirmanden betroffen. 

Die Gottesdienste in der Stadtkirche finden weiterhin statt - auch am Reformationstag. In der Stadtkirche und in der Friedhofskapelle können die Abstände sicher eingehalten werden. Um noch mehr Sicherheit zu gewährleisten, bitten wir Sie aber, auch während der Gottesdienste die Masken aufzubehalten. Gerade das Verbot von Trauerfeiern im Frühjahr haben wir als eine ganz besondere Härte erfahren, die viele Angehörige in ihrem Trauerprozess schmerzlich behinderte. Eine Wiederkehr dieser Situation wollen wir mit aller Kraft vermeiden. 

Und: Machen Sie Gebrauch davon, dass die Pastorinnen und Pastorinnen sehr gerne kontaktiert werden können. Dafür sind wir da und manchmal ist es einfach gut, sich zu unterhalten. 

Wir denken an die, die unter dieser Situation besonders leiden und hoffen, dass wir alle auch diesen Monat gemeinsam gut überstehen.

Bleiben Sie behütet. - Ihr Stefan Egenberger

 

Gemeindeversammlung

Gemeindeversammlung der Ev.-Luth. Kirchengemeinde am Samstag, den 31.10.2020 im Anschluss an den Gottesdienst

Seit der Reformationstag Feiertag ist, hält die Kirchengemeinde Glückstadt ihre Gemeindeversammlung nach dem Gottesdienst am 31.10. ab. Auf der Gemeindeversammlung berichtet der Kirchengemeinderat über die vergangene Arbeit und stellt die Pläne für die Zukunft vor. Für die Gemeindemitglieder besteht die Möglichkeit, ihre Fragen zu äußern, Wünsche und Vorstellungen einzubringen oder auch förmliche Anträge an den Kirchengemeinderat zu stellen.

Wichtiges Themen der Gemeindeversammlung ist u.a. die Gemeindearbeit während der Corona-Epidemie: Der Kirchengemeinderat wünscht sich eine Rückmeldung, wie der bisherige Umgang mit der Epidemie bewertet wird. Pastor Egenberger will auch die Planung für die Gottesdienste am Heiligen Abend vorstellen. „Wir planen, dass alle sicher einen Gottesdienst am Heiligen Abend besuchen können und wollen die Gottesdienste unter freiem Himmel auf dem Marktplatz stattfinden lassen“, so Pastor Egenberger: „dafür brauchen wir die Unterstützung von vielen Helfern“.

Der drohende Mangel an Pastorinnen und Pastoren ist ein weiteres Thema. In den nächsten zehn Jahren werden 30% weniger Pastores als heute ihren Dienst tun. Dies betrifft die Kirche in Glückstadt schon im kommenden Jahr, wenn die Stelle von Pastor Schröder nicht wieder besetzt werden wird.

Anfang des Jahres 2021 wird die Abschiebehaft in Glückstadt den Betrieb aufnehmen: Der Kirchengemeinderat möchte ins Gespräch kommen: Welche Konsequenzen hat dies für die Arbeit der Kirchengemeinde?

Informiert werden soll auch über die Neuerungen auf dem Friedhof: Pastorin Schinkel wird über die Fortschritte beim Sternenkinderfeld berichten.

 

Der Gottesdienst mit Pastor Egenberger ist um 10 Uhr in der Stadtkirche, die Gemeindeversammlung findet im Anschluss an den Gottesdienst um ca. 10:30 Uhr ebenfalls in der Kirche statt.

Eine Anmeldung unter Tel. 2009 oder unter kertin.schuchardt@kk-rm.de hilft der Kirchengemeinde bei der Planung.

Telefonseelsorge

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

alle gesellschaftlichen Aktivitäten werden gerade aufgrund der Virus-Epidemie zurückgefahren und auf das Notwendigste beschränkt.
Der Rückzug in das eigene Zuhause kann positiv Ruhe und Besinnung schenken, aber eben auch - insbesondere in Anbetracht der gegenwärtigen Situation - Sorgen und Probleme zum Vorschein bringen oder diese verstärken.

Was auch sonst gilt, möchten wir, das Pfarrteam von Glückstadt, in diesen Tagen noch einmal besonders betonen:

Sie können uns jederzeit anrufen!
Wir sind für Sie da und nehmen uns für Sie Zeit!
Was Sie uns anvertrauen, unterliegt der Schweigepflicht!

Wir sind unter folgenden Telefonnummern für Sie zu erreichen:

Pastorin Schinkel:     04124- 93 94 299
Pastorin Dušková:    0151 - 42 48 3222
Pastor Egenberger:  04124 - 603083
Pastor Schröder:      04124 - 5224

Falls sich ein Anrufbeantworter meldet, sprechen Sie einfach Ihren Namen und Ihre Telefonnummer auf das Band, wir rufen Sie zeitnah zurück.
Herzlichst Ihr Pfarrteam

Gedanken zum Sonntag, den 25.10.2020, von Pastor Schröder

Eine Zumutung, dieser Mann! Die Pharisäer sind außer sich. Dieses Mal ist Jesus zu weit gegangen. Was bildet er sich eigentlich ein!?


Der Evangelist Markus berichtet im 2. Kapitel:

Und es begab sich, dass er am Sabbat durch die Kornfelder ging, und seine Jünger fingen an, während sie gingen, Ähren auszuraufen. Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Sieh doch! Warum tun deine Jünger am Sabbat, was nicht erlaubt ist?  Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, da er Mangel hatte und ihn hungerte, ihn und die bei ihm waren: wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren? Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen. So ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Ich kann die Entrüstung der Pharisäer verstehen. Sie sind mir zwar nicht besonders sympathisch mit ihrer Pingeligkeit und ihrer Streitlust. Doch dieses Mal geht Jesus bis an die Grenzen des für sie Erträglichen. Das Abzupfen und Ausraufen der Ähren verstehen die Pharisäer als Erntetätigkeit. Ernten am Sabbat ist nicht erlaubt. Da ist das Gesetz ganz klar. Das Hungergefühl der Jünger scheint zudem nicht lebensbedrohlich zu sein. Da fällt den Pharisäern das Urteil leicht: Jesus und seine Jünger kümmern sich nicht im Geringsten um das Gesetz und die Gebote Gottes. Sie missachten Gott, und sie missachten die Gemeinschaft des Gottesvolkes. Niemand, auch dieser Jesus nicht, darf einfach machen, was er will. Wo kämen wir denn da hin?

Jesus und seine Jünger brechen das Gesetz. Sie „arbeiten“ am Sabbat und halten nicht die geforderte Ruhe ein. Damit treffen sie nicht nur die gesetzestreuen Pharisäer, sondern das ganze jüdische Volk bis ins Mark. Denn das Gesetz und die Gebote, die „Tora“, sind mehr als nur eine einfache Zusammenstellung von Regeln und Geboten, die das gemeinsame Leben leichter und einfacher machen sollen - mehr als eine Zusammenstellung von Regeln und Geboten, die man einhalten kann oder auch nicht. Die Tora macht den Unterschied. Sie macht den Unterschied zwischen denen, die zu Gott und seinem Volk gehören, und den anderen. Die Tora, die Gott seinem Volk durch Mose auf dem Sinai gegeben hat, ist ein festes Band zwischen Gott und seinem Volk. Am Halten der Gebote, ganz besonders am Halten des Sabbatgebotes, werden die Israeliten als von Gott geliebtes und auserwähltes Volk erkennbar. Wer die Gesetze bricht, gehört nicht dazu; der steht draußen. Ja, mehr noch: Wer die Gesetze bricht, die Tora nicht hält, stellt die Existenz des Volkes Israel in Frage.

Jesus und seine Jünger überschreiten eine Grenze. Doch was hier geschieht, ist mehr als nur eine einfache Provokation. Jesus stellt die Gesetzestreue der Pharisäer in Frage,  die nur „Ja“ oder „Nein“, nur „Tun“ oder „Lassen“ kennt.

Er sagt: „Ihr steht gar nicht so treu zum Gesetz, wie Ihr immer behauptet!“

„Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen“, sagt Jesus und fordert damit einen Perspektivwechsel. Bei der Befolgung der Tora soll nicht allein darauf geachtet werden, was Wort für Wort aufgeschrieben ist, sondern auch darauf, was für die Menschen jetzt und hier, in diesem Moment, gut und richtig ist. Jesus und seine Jünger brechen das Gesetz, aber sie stellen es damit nicht in Frage. Jesus verliert kein Wort darüber, dass das Gesetz nun nicht mehr gültig sei, er und seine Nachfolger sich nicht mehr danach zu richten hätten. Der Wille Gottes, der im Gesetz seinen Ausdruck findet, ist weiterhin entscheidend. Doch der Wille Gottes ist eben nicht allein in dem zu erkennen, was Wort für Wort geschrieben steht. Um dem Willen Gottes auf die Spur zu kommen, muss auch auf den Menschen geachtet werden.

Jesus fragt: Welche Bedürfnisse hat der Mensch? Was braucht er gerade jetzt, in dieser Situation? Was ist für den Menschen förderlich und gut?

Das ist neu und eigentlich doch schon altbekannt, fest verankert in der Tora selbst, die sich im Doppelgebot der Liebe zusammenfassen lässt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft, und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Jesus schafft die Tora nicht ab. Er legt sie nur nach neuen Maßstäben aus: Mit dem Blick nach oben – zu Gott – und mit dem Blick nach links und rechts – zum Nächsten. Nur mit dieser doppelten Perspektive können wir Menschen dem Willen Gottes auf die Spur kommen. Nur so können wir nach Gottes Willen handeln. Davon ist Jesus überzeugt.

Das klingt erst einmal alles ganz sympathisch: Beim Leben nach Gottes Willen geht es nicht allein um den Buchstaben des Gesetzes, sonders es geht auch um den Menschen. Es geht um mich und meine Bedürfnisse. Gott schafft mit seinen Geboten und Gesetzen Ordnung, sorgt für Recht und Gerechtigkeit im Zusammenleben der Menschen. Denn: ER will, was gut für mich ist, was mir persönlich zum Leben dient, was mein Leben gelingen lässt. Ist das nicht wunderbar?

Doch bei genauerem Nachdenken wird schnell klar, welche Zumutung hinter diesem Perspektivenwechsel steckt. Es ist alles andere als einfach, klar und eindeutig zu entscheiden, was jeweils richtig ist und was nicht. Es ist alles andere als einfach, klar und eindeutig zu entscheiden, was jeweils zu tun und was zu lassen ist. Denn auf einmal gibt es da nicht mehr nur eine Meinung, nicht mehr nur das geschriebene Gesetz, die Bibelstelle, die wortwörtlich zu verstehen ist. Auf einmal gibt es ganz viele unterschiedliche Ideen, wie die Gebote Gottes sowie gute alte Traditionen und Gewohnheiten in unserer Kirche und auch in unserer Gesellschaft zu verstehen und zu befolgen sind. Jeder und jede hat einen ganz eigenen Blick auf das Wohl der Menschen, jeder und jede schätzt die Situation und die Bedürfnisse der Menschen unterschiedlich ein. Auf einmal ist es gar nicht mehr so einfach, zu sagen, wie wir Menschen, wie wir Christen, zu leben und zu handeln haben. Mit dem Blick auf Gott UND den Menschen gibt es kein einfaches „Ja“ oder „Nein“ mehr, kein einfaches „Tun“ oder „Lassen“. Kein „Schwarz oder Weiß“.

Mit dem Blick auf Gott UND den Menschen können wir nicht jede Bibelstelle als Gottes unhinterfragbaren Willen verstehen, der Wort für Wort zu befolgen ist.

Mit dem Blick auf Gott und den Menschen können wir nicht einfach blind an jeder Tradition festhalten, die längst am Leben der Menschen vorbeigeht und für sie keinerlei Bedeutung mehr hat.

Jesus fordert uns auf und mutet uns zu, für Gott UND die Menschen um uns herum sensibel zu sein.
„Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“ Mit diesem einfachen Satz fordert Jesus nicht nur die Pharisäer heraus, sondern auch uns, seine Kirche, die ihm seit 2000 Jahren folgt.

Denn für uns als Kirche ist das Handeln nach Gottes Willen maßgeblich. Doch diesen ganz klar und eindeutig zu benennen, ist nicht einfach.

Die Diskussion um den richtigen Weg, die Diskussion um „Ja“ oder „Nein“, „Tun“ oder „Lassen“, ist mühselig. Was schützt menschliches Leben vor dem Corona-Virus? Und was gefährdet es? Wie bringen wir das Bedürfnis nach Nähe und Gemeinschaft damit in Einklang?

Das ist anstrengend, es kann zu Streit und Verletzung führen.

Doch dieses Ringen um die Bedürfnisse der Menschen, um Gebote und Gesetze ist notwendig. Wir müssen miteinander reden. Wir müssen versuchen, zu verstehen, was der andere meint und was er braucht.

Denn nur so folgen wir im Glauben und in unserer Kirche keinem anderen als Jesus. Nur so folgen wir Jesus, dem „Menschensohn, der Herr ist über den Sabbat.“
Leben nach Gottes Willen, das ist eine Herausforderung. Nehmen wir sie an?

Amen.

 

 

 

 

Gedanken zum Sonntag, den 18. Oktober 2020 von Pastorin Birgit Dušková

Liebe Gemeinde,

wir leben derzeit in einer Situation, die von vielen Regeln bestimmt wird. Um Verhaltensregeln geht es auch im Predigttext für den heutigen Sonntag, welcher steht im Epheserbrief 4, 22-32:

„Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. 23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn 24 und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. 25 Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. 26 Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen 27 und gebt nicht Raum dem Teufel. 28 Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann. 29 Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören. 30 Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. 31 Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. 32 Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“

Beim ersten Lesen dieses Textes merke ich, dass sich bei mir eine Art Abwehr bemerkbar macht. Der Predigttext zählt eine ganze Reihe von Verhaltensregeln und Tugenden auf, die irgendwie in der Summe dann ein christliches Leben ausmachen sollen. Dabei sind viele der Regeln sehr bekannt: du sollst nicht stehlen, du sollst nicht lügen, du sollst nicht schlecht über andere reden. Diese Regeln wurden bereits im Alten Testament in den sogenannten zehn Geboten aufgeführt. In dem Text genannt werden zudem noch Regeln, die mir sagen, wie ich mit meinen schlechten Gefühlen umgehen soll. Nicht zornig, nicht grimmig, nicht verbittert soll ich sein! Immer nett und freundlich soll ich sein! Ehrlich gesagt: der gesamte Tonfall in dem der Text verfasst ist, wirkt auf mich wie eine Ermahnung und Belehrung einer Anstandsdame! Tu dies nicht! Tu das nicht! Ich fühle mich wie ein Kind, welches gemaßregelt wird und eine Art Widerstand regt sich in mir! „Sprich nicht so mit mir, ich bin kein Kind! Und auch mit Kindern sollte man anders sprechen!“ möchte ich dem unbekannten Verfasser der frühen Christenheit sagen.

Und ich muss ein bisschen an die Menschen denken, die gerade lautstark gegen die Corona-Regeln protestieren. Auch sie - so scheint es mir manchmal -  reagieren sehr stark darauf, dass ihnen als Erwachsene auf einmal vom Staat neue Verhaltensregeln gegeben werden. Sie fühlen sich wie Kinder behandelt und unterstellen allen, die sich an die Regeln halten, naive Fügsamkeit.

Unser biblischer Text ist sehr alt und berührt dennoch einen neuralgischen Punkt unser Gegenwart: Wozu gibt es Regeln? Und wie gehen wir mit diesen um? Und wie verhalten sich Freiheit und Regeln zueinander?

Ich merke, dass ich etwas hin-und her gerissen bin. Als Kirche, als Pastorinnen und Pastoren haben wir  – so hoffe ich zumindest -  es mit der Zeit geschafft uns von der Rolle der Moral- und Tugendwächter zu befreien. Es hatte sich irgendwann aufgebraucht, war unglaubwürdig geworden und hat uns als Kirche eher in einen Minusbereich gebracht als ins Plus.  So fällt es mir schwer über diesen Verhaltensregeln aufzählenden Text, die so etwas wie ein „christliches Leben“ definieren wollen unbeschwert zu predigen. Andererseits spüre ich, dass wir gesellschaftlich wieder in einer Situation sind, in der wir merken ohne Regeln ohne Moral kommen wir auch nicht sehr weit!

Ich merke, dass es mir leichter fällt über diesen Text zu predigen, wenn ich ihn um etwas ergänze. Worte, die von Jesus stammen.

Jesus spricht selten belehrend von den einzelnen Geboten, er erinnert stattdessen lieber an eine einfache Grundhaltung, welche bereits im Alten Testament zu finden ist.   „Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst.“ So lautet der Kernsatz der jesuanischen Botschaft.  Und an anderer Stelle sagt er einfach: „Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.“  Jesus ist nicht der einzige der dieses Grundprinzip der Ethik formuliert. Es ist auch mit anderen Worten in den verschiedenen Weltreligionen wie in der Philosophie zu finden.  Ein großer Grundkonsens über alle Religionen und Weltanschauungen hinweg ist hier formuliert. „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“ schreibt der Philosoph Immanuel Kant. Und etwas eingängiger ist der Satz „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu!“

Diese Sätze drücken ein einfaches Grundprinzip aus mit dem Menschen in den verschiedensten Situationen des Lebens sich für oder gegen ein bestimmtes Verhalten entscheiden können. Dieses Grundprinzip traut dem Menschen zu durch eigenes Nachdenken zu einer Entscheidung zu kommen. Zu einer verantwortungsvollen Entscheidung komme ich aber nur, wenn ich die Perspektive meines Nächsten miteinbeziehe. Mich also in diesen hineinversetze und überlege welche Folgen meine Handlungen womöglich für den anderen in seiner Situation haben. Welche Konsequenzen hat mein Handeln für den anderen? Möchte ich selbst so behandelt werden?

Ich weiß es ein allseits bekanntes Grundprinzip. Ich erzähle nichts Neues. Aber ich finde es sehr hilfreich sich genau in diesen Zeiten sich dieses Prinzip noch einmal vor Augen zu führen. Es ist ein Grundprinzip, dass uns hilft aus einer kindlichen Rolle herauszufinden, bzw. gar nicht erst in eine solche hineinzugeraten. Denn wir müssen als Menschen weder blinde Befehlsempfängern noch Dauerrebellen gegen alle Regeln „ von oben“ sein.  Beides sind kindliche Positionen, die allerdings unabhängig vom realen Alter auftreten können. Brauchen wir nicht! Dieses Grundprinzip hilft zu Entscheidungen zu kommen, egal ob wir in einer Situation sind, die bereits von etablierten Regeln geprägt ist oder ob wir uns in einer vergleichsweise offen unbestimmten Situation wiederfinden. Es ist ein Unterschied, ob ich mich an Verhaltensregeln halte, weil sie mir von den Eltern, der Schule oder anderen so eingetrichtert worden sind und ich mich daran halte, weil mir sonst unangenehme Konsequenzen drohen oder weil ich selbst verstanden habe, welche Auswirkungen ein bestimmtes Verhalten auf andere hat. Wenn ich weiß und empfinden kann, wie schlimm zum Beispiel – ich denke noch einmal an unseren Predigttext -  es sich für einen anderen Menschen anfühlt bestohlen, belogen oder angeschrien zu werden, handle ich anders. Ich entscheide mich aus einem eigenen Verständnis heraus. Ich achte die Würde des anderen und zugleich verleiht es mir selbst Würde. Und auch wenn wir uns daneben benehmen oder uns etwas antun, so gibt es doch die Möglichkeit einander um Verzeihung zu bitten und einander zu vergeben – auch das hat ganz viel Würde. Es geht um mehr als nur das richtige oder falsche Tun. Sind wir miteinander in Kontakt und fühlen wir einander so macht dies unser ganzes Leben reicher. 

Die Corona-Pandemie hat uns noch einmal in besonderer Weise vor Augen geführt wie sehr wir alle aufeinander angewiesen sind. Die Pandemie zeigt uns, dass wir mit dem „Nur-Ich-Prinzip“ nicht mehr weiterkommen. Das „Nur-Ich-Prinzip“ meint eine Gesellschaft in der jeder auf sich gestellt ist, vermeintlich unendliche Freiheit besitzt und zugleich die Last seines Lebens ganz allein zu tragen und zu verantworten hat. In dieser Zeit der Pandemie spüren wir besonders deutlich, dass eine Gesellschaft, die aus Einzelkämpfer-Egos besteht, die einander gar nicht mehr spüren, nicht nur hart, leer und einsam macht, sondern schlichtweg auch gar nicht funktioniert. So schwer, ja bitter brutal diese Krise auch ist – sie enthält wie alle Krisen auch eine Chance: obwohl wir Abstand halten, haben wir die Chance wieder mehr zusammenzufinden, uns neu auszurichten, wieder mehr „Wir“ zu werden!

Amen

Ihre Pastorin Birgit Dušková

Foto bei pixabay.com

Erntedankgottesdienst 2020

 

 

 

Sehen Sie einen großen Teil des Erntedankgottesdienstes in der Stadtkirche Glückstadt mit Pastor Thomas-Christian Schröder, den Landfrauen der Krempermarsch und den Pfadfindern.

 

 

 

Tag des offenen Denkmals 2020

 

 

 

 

 

Dies ist ein Beitrag der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Glückstadt zum Tag des offenen Denkmals 2020, bundesweit koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

In der Stadtkirche Glückstadt hängt ein Epitaph von 1691, welches in diesem Film anlässlich des Tags des offenen Denkmales von Pastor Thomas-Christian Schröder sehr anschaulich erklärt wird. Tauchen Sie ein in die Welt der Malerei und erfahren Sie, was für Bedeutungen Teile dieses Gemäldes beinhalten. So haben Sie das Epitaph noch nie gesehen!

 

 

 

 

 

 

 

Viel Glück und viel Segen

Der Glückstädter Posaunenchor

 

 

 

 

 

Freuen Sie sich auf einen Segensgruß mit Bildern der Stadtkirche - für Sie gespielt vom Glückstädter Posaunenchor!

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Hoffnungsworte

Weitere Hoffnungsworte finden Sie hier!

Seit es keine Gottesdienste mehr in der gewohnten Form geben kann,

haben die Pastoren dieser Gemeinde hoffnungsvolle, mutmachende Worte

und auch andere Beiträge verfasst und hier veröffentlicht.

Auf dieser Startseite finden Sie immer nur die zwei Aktuellsten,

aber alle vorangegangenen finden Sie unter der Rubrik "Hoffnungsworte".

 

 

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Kirchengemeinde in der Elbmarsch

Wir sind eine Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde in der Elbmarsch.

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Wir reden von Gott und bieten an, gemeinsam Gemeinde zu bauen.
Das beinhaltet auch, dass wir einladen, Gemeinschaft mitzugestalten und Möglichkeiten anbieten, sich für die Gemeinde zu engagieren. Wir bieten auf diese Weise Räume, in denen Menschen sich begegnen können.

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Friday, 30. October 2020

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